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José Cuervo ist die älteste noch produzierende Destillerie auf dem Tequila-Markt. Juliane Reichert hat auf ihrer Reise nach Tequila in das Herz der Agave geblickt. Dabei hat sie einige Betrachtungen über das Image von Tequila angestellt – und warum sich nach wie vor Vorurteile an Übertreibungen reihen, wenn es um die Agavenspirituose geht.

Es ist Februar in Deutschland. Das bedeutet zwar, dass wir den kürzesten Monat von Fürchterlichkeiten begehen, es dafür aber mit einer besonderen Qualität ebendieser zu tun haben. Es braucht daher einen Ausflug ins Warme. Es braucht Wärme, bestenfalls von außen und von innen.

Die Reise nach Tequila: auf nach Jalisco

Wir haben da an die Kombination von Mexiko und Tequila gedacht; und zwar in Gestalt einer Pressereise zu José Cuervo auf Einladung des Bremer Importhandelshauses Eggers & Franke. Das Zuhause des Casa Cuervo (S.A. de C.V.) befindet sich wiederum im Bundesstaat Jalisco, unweit der hauseigenen Agavenfelder Mundo Cuervo Agave. Es ist die älteste noch produzierende Destillerie auf dem Tequila-Markt, ihr José Cuervo Especial ist der meistverkaufte Tequila weltweit. „Cuervo“ bedeutet übersetzt im Übrigen „Rabe“, was wiederum mit dem deutschen Familiennamen Raabe gleichzusetzen wäre. Das soll es aber auch gewesen sein mit den Hard Facts.

Tequila also. Das ist Studentenzeit at its worst; das sind Runden mit Zitrone und Salz, schummrige Nächte und Morgen, von denen man weder sprechen möchte noch kann. Das ist der Gang durch das Spirituosenregal mit dem vermeintlich sicheren Wissen, dass Tequila als hochprozentige Möglichkeit der Vergangenheit angehört. Ein kurzes Bedauern, doch das Leben geht weiter, im Grunde genommen eine Sorge, die man mit dem täglichen Blick in Tageszeitungen zu keiner Zeit äußern sollte. „Ich kann keinen Tequila mehr trinken“ – zählt einfach nicht.

Kein Rausch ist umsonst

Wer konnte das nach dem Magisterabschluss schon? Das aber nicht nur, weil es Weiß-Gott-Schlimmeres gibt als den Fakt, dass man sich an einer Spirituose be-, ver- und übertrunken hat. Sondern auch, weil es inhaltlich beinahe nicht stimmen kann. Denn der Student an sich, um einmal in unzureichenden Klischees zu sprechen, hat keine Ahnung von Tequila. Und auch danach nicht zwingend, schließlich hat man alternative Auswege eingeschlagen und schlechte Tequila-Abende und Jaja-die-schöne-Studentenzeit verbucht.

Möglicherweise ist der Tequila-Zug jedoch nicht gänzlich abgefahren. Inzwischen ist außerdem ein wenig Zeit vergangen, Mezcal hat einmal kurz einen Anlauf für einen neuen Hype versucht, es nicht geschafft, dafür aber Tequila wieder in die Peripherie der Schnapslandschaft gerückt. Eine Reise nach Tequila soll das beweisen.

Bunt wie nicht in Bonn, Berlin und Bielefeld

Die Reise an sich ist so angenehm wie man es von einer Pressereise gewöhnt ist. Wir schlendern durch das Künstlerdorf Tlaquepaque, streicheln über Alpaka-Schals, trinken Tequila und streicheln dann noch viel mehr über Alpaka-Schals. Außerdem wundern wir uns, dass Avocado in diesem Mexiko wirklich genauso gut ist, wie es alle Menschen erzählen, die aus einem Mexiko-Urlaub heimkehren.

Und man denkt, nun, es bleibt eben eine Avocado. Aber nein. Guacamoletechnisch, denn darum geht es ja auch, lässt sich insgesamt sagen, dass die klassische Guacamole weniger überwürzt ist als die deutsche. Anders wenn man die Jalapeño-Variante wählt – bei der man sich fragt, ob da auch Avocado drin ist.

Was nun aber gesund ist oder nicht, darüber kommt man in Jalisco schon einmal durcheinander. Zigaretten gibt es hier nämlich in der Apotheke; direkt in der Vitrine mit den Kondomen und der Reisezahnbürste, heißt intern vermutlich „Wochenendvitrine“. Sehr empfehlenswert das Restaurant Casa Luna mit erstklassiger Mariachi-Band, deckenhoher Kunst und Essen auf einem Niveau, dass der Tequila danach kein fakultativer mehr ist. In der ganzen Stadt sprühen Brunnen, die aussehen wie eine Kopfbedeckung Frida Kahlos, kühles Nass durch die Gassen, und bestimmt kann sich dort keiner vorstellen, wie es derzeit in Berlin, Bonn oder auch Bielefeld aussieht.

Acht Jahre alte Agaven

Vielleicht liegt das auch an dem blau-gräulichen Schimmer, den die Agavenblätter in das reflektierende Sonnenlicht absondern. Klingt schön, kann aber gar nicht sein, denn Tequila und seine Agavenfelder liegen ziemlich punktuell im Nordwesten von Guadalajara sowie einige Kilometer außerhalb. Wer einmal die Wege und die Methoden gesehen hat, mit denen die Einheimischen ihren Tequila-Rohstoff von A nach B bringen, beginnt sich zunächst einmal über Supermarktpreise zu wundern. Mit Mini-Pickups, nicht selten auch Maultierkutschen, so erzählt ein Agavenbauer, werden die Agavenherzen aus Tequila in die Destillerie gebracht.

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Und wer denkt, dass das schon aufwendig sei, sollte den Erntebauern, den Jimadores, einmal bei der Ernte zusehen. Oder es auch selbst übernehmen – zur Belustigung der Bauern. Mit der „coa“, einem unsagbar scharfen Spaten, werden die stacheligen Agavenblätter abgehackt; was übrig bleibt, ist das Herz der Agave und erinnert ein wenig an eine Ananas. Es hat ähnlich viel Grad wie das Agavenherz schwer ist, wenn die Tequilafrucht nach etwa acht Jahren geerntet wird.

Da wären wir wieder bei den wundersamen Supermarktpreisen. Und dann sind es ja nicht einmal alle Agavenarten, die man für den Tequila verwenden darf, sondern ausschließlich die Agave Tequilana Weber Azul. Während der Reise werden seitens der Blogger, Influencer und Journalisten immer wieder Stimmen laut, die sich wundern, dass „das Zeug“ ja doch schmeckt. Einmal auch: „Unglaublich, was ein roter Sombrero auf Flaschen mit einer kompletten Kategorie so anrichtet.“ Und das ist eine reine Dokumentation.

Reise nach Tequila: Jahre, Tage und Stunden

In Houston erzählt ein Zollbeamter, der sich für Tequilareisen begeistern kann, dass Tequila in den 1970ern allgemein zum „Whisky Mexikos“ ernannt worden war, um ihn besser zu vermarkten. Das scheint einerseits geklappt zu haben, anhand der Absatzzahlen braucht die Marke José Cuervo ganz gewiss nicht an schlaflosen Nächsten zu knabbern, wir sprechen hier immerhin von 200.000 Litern. Und meinen damit den Tagessausstoß.

An der Komplexität, die Tequila tatsächlich an den Tag legt, gibt es in puncto Bekanntheit noch zu arbeiten – und das aufrecht gesprochen von einer Person, die seit dem Abitur keinen Tequila mehr trinkt. Dass man Whisky mit „Vanille“ und „Eiche“ irgendwie immer mitspielen darf, ist bekannt. Wer aber traut sich zu sagen, dass ein Tequila schokoladig oder auch nach Sandelholz sowie frisch gemahlenem, schwarzem Pfeffer schmeckt?

In unseren Reihen keiner. Dabei haben wir eben erst bei einem Rundgang durch die Destillerie gelernt, wie der Tequila nun hergestellt wird und weshalb er schmeckt, wie er schmeckt. Wie er nach der Ernte bis zu 50 Stunden dampfgegart wird, wie der für die Fermentation notwendige Zucker entsteht. Erst nach der Fermentation schmeckt die Agave überhaupt erst nach etwas, noch nicht zwingend als Tequilarohstoff erkennbar, aber sie nimmt Kontur an.

Die Destillation erfolgt in der Regel zweistufig, danach wird er abgefüllt oder im Eichenfass gelagert. Wie beispielsweise der Cuervo 1800 Añejo, der drei Jahre in Fässern aus französischer Eiche reifte. Sehr mild im Aroma mit vannilligen – logo, weil Eichenfass – Noten, ein wenig Kokos, leichte Röstnoten und einer blumige Nuance: So kann Tequila dann eben auch schmecken.

Eine Reise nach Tequila verpflichtet zu Sympathie

Die Sympathie für die Agave ist nach einer solchen Reise quasi zum Steigen verpflichtet, auch die Anerkennung vor dem Tequila-Handwerk. Für alle, die sich nach wie vor nicht (wieder) mit der Spirituose anfreunden können – ob man Agavenblätter wohl auch frittieren kann? Herr Cuervo, Sie vielleicht?

Offenlegung: Pressereise

Der Beitrag Auf einen Tequila nach Tequila erschien zuerst auf Mixology.

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